Tatort – Baum der Erlösung
Im heiligen Land Tirol steht ein Minarett. Man kennt das Gebetstürmchen von Telfs aber nur, weil um seinen Bau wild gestritten wurde – Tiroler gegen Türken, Fundamentalisten gegen Fortschrittsgläubige, Politiker untereinander, alle gegen die Vernunft. Die Stimmung ist schlecht geblieben. Zuwenig Schein gewahrt, zuviel Gesicht verloren, zu laut "Wir vermischen uns nicht" gepredigt. Das hat Folgen.
Die junge Türkin Ayse wollte eigentlich nur frei sein, mit ihrem Tiroler Freund. Jetzt hängt sie im Wald. An einer Art Wallfahrtsbaum, wie schon einige lebensmüde Landsleute vor ihr. Ayse ist jedoch ermordet worden, und ihr Martin verschwunden.
Jetzt muss der Wiener Hauptkommisssar Eisner ermitteln. Harter Job. Sein Innsbrucker Kollege mag Tiroler nur reinrassig. Den Telfer Türken in der österreichischen Uniform mögen nicht einmal die eigenen Leute. Und die verfeindeten Clans der Ozbays und Larchers wollen mit der Polizei sowieso nichts zu tun haben. Sie sind mitten im Shakespeare. Ayses Schwester gibt die Julia, einer der Larcher-Jungs den Romeo. Selbstjustiz heißt die Devise.
Eisner muss den Mörder schnell finden – irgendwo zwischen Moschee, Fabrik, hochalpiner Lawinenverbauung, Jagdhütte und Wildbach.
Baum der Erlösung erzählt eine ganz alltägliche Krimi-Geschichte von Rassismus gegen Religion, von Ignoranz gegen Integration. Ihre Brisanz gewinnt sie aus der Wahrheit, ihre Spannung aus der Nähe zur Wirklichkeit.

HS: "Schon ein Erlebnis, wenn ein Film von dir mit einer Signation beginnt, die zu deinen Kindheitserinnerungen gehört. Alle Kulturkämpfe im Drehbuch haben wir vor Ort selbst erleben dürfen. Wenn sich nicht ausnahmslos alle – Redaktion, Autor, Hauptdarsteller, Team, Behörden – so massiv ins Zeug gelegt hätten, gäb's diesen Tatort nicht. Umso schöner, dass wir bei der Ausstrahlung in Deutschland und Österreich mit sensationellen Quoten belohnt worden sind."