Fink fährt ab
Bestimmte Regeln sollte ein Bankräuber unbedingt beachten. Zum Beispiel nie das Fluchtauto in zweiter Spur stehen lassen. Könnte den Verkehrsfluss behindern, der Müllwagen kommt nicht vorbei, die Polizei steht auch im Stau.
Aber der Schellak ist ja auch kein Profi. Eher das Gegenteil. Noch dazu flüchtet seine Rosi auf einmal mit diesem Guido quasi voraus, und der Schellak muss allein schauen, wie er mit der Beute davonkommt.
Gegen ein Fahrschulauto als Fluchtwagen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Gar nicht blöd, wenn man keinen Führerschein hat. Aber dann sollte man als Geisel den Fahrlehrer nehmen – und nicht den Fahrschüler Harry Fink.
So wird die Flucht zur Farce. Die Geisel zieht dem Geiselnehmer den letzten Nerv. Fink will immer alles besser wissen, und Schellak ist kein wirklicher Gegner.
Dem Albtraumpaar wird es bald eng im Rückspiegel. Die Polizei schickt ihr besten Männer auf die Straße, ein Reporterteam vom Privatfernsehen heftet sich an die vermeintliche Sensationsstory.
Fink fährt ab ist ein Roadmovie voller Rohrkrepierer. Eine kriminelle Komödie, die den Stillstand zur Höchstgeschwindigkeit und die gemütliche Panik zum Gipfel aller Gefahren macht.

HS: "Fink fährt ab ist streng genommen die einzige Komödie, die ich bis jetzt gemacht habe. Meine anderen Filme sind satirische Sittengemälde und bestenfalls tragikomisch. Ich hab das Projekt kurzfristig angeboten gekriegt und zufällig Zeit gehabt. Das Buch war unfertig, die Vorbereitungszeit extrem kurz, also eine klassische Auftragsarbeit. Mögen tu ich das Ding trotzdem – oder vielleicht grade deshalb."