3faltig
Niemand kauft Kruzifix-Flugdrachen und Erzengel-Girlanden. Spät nachmittags am 24. Dezember friert kein Devotionalienhändler gern zwischen solchen Ladenhütern, vor einer Kirche im Alpenland. Besonders dann nicht, wenn er in Wahrheit der Heilige Geist (HG, genannt "Hage") und zurückgeblieben ist – auf der Erde, nach der Himmelfahrt Christi.
Nach mehr als 2000 Jahren glaubt selbst Hage nicht mehr, dass Gottes Sohn wiederkehrt. Jede freie Minute widmet er als Autor, Komponist, Regisseur und Hauptdarsteller dem ultimativen Musical "Holy Spirit Megastar". Auch heute wird er daran arbeiten. Da kann Haushälterin Holacek mit "Stille Nacht" auf Tschechisch nerven, wie sie will - Hage hat den Geburtstag seines angeblich besten Freundes noch nie gefeiert.
Plötzlich steht Christl vor der Tür, jugendlich-dynamisch wie seinerzeit. Er verkündet, dass der Papa am 31. Dezember endlich Apokalypse macht. "Ihr habt's einen Vollvogel", antwortet Hage, "da hat mein Musical Premiere. Wir sind eine Dreifaltigkeit, ich hab ein Vetorecht und bin dagegen."
Christl fährt wieder auf, erscheint aber bald wieder. Mit bad news vom Papa - Apokalypse wie geplant, auf Basis einer Zweidrittelmehrheit. Kein Veto möglich. Hage versucht Christl umzustimmen. Zeigt ihm die Natur und das "Beverly", eine seriöse Bar mit Animation. Dort regiert zwar das Böse in Gestalt von Boss Friedl, aber an der Stange tanzt die schöne Mona. Christl ist von ihr begeistert, will sich einlassen, will erfahren ...
Zuerst wird allerdings überfahren, mit dem Auto. 3faltig wird zum Roadmovie. Das Leben macht zwei überirdische Wesen zu Menschenfreunden. Die Bibel, ein Dirndlkleid, tote Tauben, bizarre Brauchtümer, Ölwannen und Auferweckung werden sehr wichtig. Schließlich spitzt sich alles zu - Wunder oder Weltuntergang?

HS: "Als mir Christian Tramitz eine Urfassung zu lesen gegeben hat, hab ich sofort gewusst, dass ich das im Kino sehen will. Geworden ist es eine Zangengeburt mit suboptimaler Verwertungsperspektive - wie das eben ist, mit einer Komödie, die man sowohl in Österreich als auch in Deutschland verstehen muss. Ich liebe 3faltig wie ein Vater das schwierige, kluge Kind. Das Thema hat jedenfalls noch niemand als Film behandelt. Schon gar nicht als komödiantisches Kammerspiel für Mitdenker."