Mutig in die neuen Zeiten 1–3
Drei Jahrzehnte um Liebe, Glück und Geld kämpfen. Und das auf allen Ebenen, vom Wiener Gemeindebau bis zum Salzburger Landschloss. Drei Jahrzehnte in einem Österreich, wo gerade die oberste Dreckschicht des Tausendjährigen Reichs abgeräumt wird. Darunter findet man sich wieder
Im Reich der Reblaus (1953-55)
Nette und weniger nette Leute gibt es da. Sie wollen wieder jemand sein, aber das möglichst unauffällig. In ihrer neuen Bundeshymne heißt es: "Mutig in die neuen Zeiten, frei und gläubig sieh uns schreiten, arbeitsfroh und hoffnungsreich."
Viele basteln hier an einem neuen Leben – Frauen, die als "Ami-Hur" die große Liebe finden; Heimkehrer, die mehr verloren haben als einen Krieg; trotzige Buben, die mit Stromgitarren in den Widerstand gehen; alte Nazis mit neuen Feinden; Kommunisten, die an den Weltfrieden glauben; adelige Fräulein, die heiraten, um frei zu sein; Juden, die zurückkommen, weil sie alles wieder gut machen wollen; hochkarätige Schurken des Alltags, die mit der Zeit gehen und vor allem eines im Sinn haben:
Nur keine Wellen (1963-65)
Alle haben sich mehr oder weniger eingelebt – in einem Land, mit dem sich nur schwerfällig Staat machen lässt.
Die proletarische Familie Redlich hat das Gefühl, dass in den Kommandozentralen nicht die neuen Klugen, sondern erst recht wieder die alten Schlauen sitzen. Das denkt auch die jüdische Fabrikantenfamilie Berkowitz, nur die arrangiert sich weltbürgerlicher. Die adeligen Ulmendorffs verstehen entweder die Welt noch immer nicht oder suchen blauäugig neue Wege. Dazwischen schlägt Otto Hasak – der ewige Parvenü, der moralfreie Wendehals – wild und lustvoll um sich. Und dann ist plötzlich
Alles anders (1974-76)
Versuchsstation für Weltuntergänge ist das Land keine mehr, aber das mit der päpstlichen "Insel der Seligen" wird auch nicht wirklich was. Unter dem roten Sonnenkönig kriegen die Kleinen besser Luft. Was wenig nützt, wenn man das freie Atmen erst lernen muss. Die Alten zeigen, dass die Ignoranz der Macht nicht mehr beweist als die Macht der Ignoranz.

HS: "Den Alltag österreichischer Familien über jeweils ein Jahrzehnt erzählen und zeigen, wo Zeitgeschichte wirklich spannend sein kann, ist eine hammerharte, schöne Herausforderung. Dass wir eine so brillante Besetzung zusammengebracht haben und der bisherige Erfolg freuen mich sehr - auch dass man in der deutschen Presse die Reihe als die wahre Fortsetzung von Der dritte Mann sieht. Mal sehen, ob und wie es da mit einem neuen ORF weitergeht ..."