Qualtingers Wien
Gedanken eines Genies, Wienern in den Mund gelegt:
Wie viele Menschen gehen in einen Leichenwagen? In Amerika noch viel mehr. Ja, Amerika – das sind ja ganz andere Maßstäbe.
Kinderlähmung ist eigentlich nur bei Erwachsenen ein Problem.
Ich geh nie in ein Spital. Begräbnisse sind was anderes. Da weiß man, wie's ausgeht.
Manchmal wünsch ich mir ein bisserl einen Krieg. Nicht lang, aber abwechslungsreich. Das ist meine Auffassung von Demokratie: Pappen halten und grinsen.
Einen Vorteil hat der Chinese: Es gibt keinen Lärm in der Nacht. Im Opiumrausch singen's wenigstens nicht.
Da war jetzt deutlich ein Schuss zu hören. So was ist in einer Großstadt nicht zu vermeiden.
Ich bin ja kein politischer Mensch, aber eines wollte ich meinen Vater immer fragen: was er gegen die Juden hat, wenn er sogar die Deutschen aushalt ...
Qualtingers Wien beobachtet Hausmeister, Parvenüs, Kriegerwitwen, entführte Wäschefabrikanten und andere Insassen der als Großstadt getarnten Versuchsstation für Weltuntergänge zwischen Gemeindebau und Kaffeehaus, Friedhof und Würstelstand, Prater und Stundenhotel.
Ein 24stündiger Kürlauf der professionellen Mieselsucht.

HS: "Qualtinger hat von den österreichischen Dramatikern nur Nestroy und Horvath ernst genommen. Ich wiederum nehme nur diese drei wirklich ernst. Seit ich in den frühen achtziger Jahren im Sessler-Verlag Bände voll damals noch unveröffentlichter Skizzen und Sketches gesehen hatte, wollte ich daraus einen Film machen. Gemeinsam mit Alfred Dorfer habe ich's dann durchgesetzt – wir haben 50 Qualtinger-Texte verwoben ohne ein Wort hinzuzufügen. Qualtingers Wien war mein erster Fernsehfilm und auch der erste mit einem so großen, hochkarätigen Ensemble."